Ortsteil Sande


Der Name des Ortsteils wird von den großen Sandvorkommen an dieser Stelle abgeleitet. In früheren Jahren wurde dieser Ortsteil, der die Gebiete Sandhöfen, Gesseln, Nesthausen, Altenginger Mühle, Dreihausen und Altensenne umfaßte, "uppen Sand" genannt. Dieses Gebiet bildete auf politischer Ebene das sogenannte Holtgrewenamt. Die Lage dieser Ortschaft, an einer alten Handelsstraße auf der Strecke Kassel-Paderborn-Münster (jetzt B 64), läßt jedoch eine Bedeutung in frühgeschichtlicher Zeit vermuten. Nachweislich ist der Bestand des Thunhofes im Jahre 1036. Die alte Handelsstraße führte über die Lippe. Für den Fußgängerverkehr reichte ein über die Ufer gelegter Baumstamm.

Erst Ende des 18 Jahrhunderts wurde eine Brücke über die Lippe gebaut. Die oft Hochwasser führende Lippe zwang seinerzeit die Handelsleute, an dieser Stelle Halt zu machen. So mag der "Sander Krug" mit eigener Brauerei bis in 16. Jahrhundert manchem Reisenden nicht nur gewollt Unterkunft geboten haben. So soll der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III 1802 hier Rast eingelegt haben. Das Brauereigebäude bestand bis zum Jahre 1925. 1959 wurde das restliche Gebäude des "Sander Kruges" durch einen Verkehrsunfall so stark zerstört, daß er abgebrochen werden mußte.

Die anfängliche Ärmlichkeit dieser Ortschaft erhielt eine Besserung durch den in den Jahren 1850-53 erbauten Boker Kanal, die zur Bewässerung und Fruchtbarmachung von Acker- und Weideflächen diente.

Im kirchlichen Bereich war die Ortschaft Sande zunächst der Pfarrgemeinde Elsen angeschlossen. Erst im Jahre 1900 wurde in Sande eine Kapelle errichtet, in der ein Geistlicher aus Elsen einmal wöchentlich den Gottesdienst abhielt.1923 erlangte Sande die kirchliche Eigenständigkeit.1922 wurde ein Pfarrhaus gebaut und der Friedhof angelegt. Durch gemeinsame Anstrengungen und Opferbereitschaft der Bevölkerung wurde in den Jahren 1950-53 ein würdiges Gotteshaus, die Marienkirche erbaut.

Mit verhältnismäßig geschlossenen dörflichen Strukturen und vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen hat sich der Ort mit urbaner Infrastruktur zu einem modernen Stadtteil entwickelt.

Der Lippesee mit seinem umfangreichen Freizeitangebot und die Wasseranlage auf dem Nesthauser See machen den Ort über seine Grenzen hinaus bekannt (Josef Leiwen,1980)

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